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Validated Impact Strategy (VIS) veröffentlicht – Standard für die Herleitung und Validierung von wissenschaftsbasierten Klimazielen

Wissenschaftsbasierte Klimaziele – Hergeleitet, Validiert, Kommunizierbar 

Mit der Validated Impact Strategy (VIS) hat die envistra GmbH einen methodischen Standard für die Setzung, Validierung und fortlaufende Überprüfung unternehmensbezogener Klimaziele entwickelt. Der Standard ist branchenübergreifend und für Unternehmen jeder Größe anwendbar. Im Nachfolgenden werden Hintergrund, Aufbau und die wesentlichen Anforderungen des Standards dargestellt. 

Hintergrund 

Für einen wachsenden Teil der Unternehmen sind wissenschaftsbasierte Klimaziele zunehmend zur Marktanforderung geworden. Die etablierten Validierungsverfahren sind für viele dieser Unternehmen jedoch schwierig umsetzbar. 

Zugleich hat sich der rechtliche Rahmen verschärft. Seit dem 27.09.2026 gilt die Richtlinie (EU) 2024/825 (EmpCo-Richtlinie), in Deutschland umgesetzt durch das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (BGBl. 2026 I Nr. 43 vom 19.02.2026). Aussagen über die künftige Umweltleistung gegenüber Verbrauchern sind danach nur noch zulässig, wenn ihnen Folgendes zugrunde liegt: 

  • klare, objektive, öffentlich zugängliche und überprüfbare Verpflichtungen und Ziele, 

  • ein detaillierter und realistischer Umsetzungsplan mit Mittelzuweisung, 

  • eine regelmäßige Überprüfung dieses Plans durch einen unabhängigen externen Sachverständigen. 

Unternehmen, die ein Klimaziel kommunizieren, benötigen damit beides: ein nachvollziehbar hergeleitetes Ziel und einen Umsetzungsplan, der einer externen Überprüfung standhält. 

Der Standard: offengelegt und reproduzierbar 

Hier setzt die VIS an. Sie verbindet drei Bewertungsgegenstände, die in der Praxis regelmäßig getrennt behandelt werden: die Belastbarkeit der Treibhausgasbilanz, die wissenschaftliche Herleitung der Klimaziele und die Umsetzbarkeit des Transformationsplans einschließlich seiner Fortschrittsmessung. 

Das Ambitionsniveau des Standards ist vollständig offengelegt und reproduzierbar aus veröffentlichten wissenschaftlichen Quellen abgeleitet. Die wissenschaftliche Grundlage entspricht dem derzeitigen Marktstandard. Im Einzelnen gilt: 

  • Corporate Carbon Footprint (CCF) Bilanzierung: Die Emissionsbasis ist nach dem GHG Protocol Corporate Standard und den ergänzenden Standards aufzustellen. Dessen Grundprinzipien gelten auch für die Herleitung der Zielwerte und die Quantifizierung von Maßnahmenwirkungen. 

  • Ambitionsniveau: Maßgeblich sind 1,5-Grad-konsistente Szenarien des IPCC AR6. Der Standard weist keinem Unternehmen einen Anteil am globalen Kohlenstoffbudget zu, sondern verlangt, dass der Unternehmenspfad in Geschwindigkeit und Größenordnung mit diesen Szenarien vereinbar ist. 

  • Vergleichsrahmen: Etablierte wissenschaftsbasierte Zielmethodiken dienen als Referenz zur methodischen Einordnung und zur Förderung der Konsistenz. Einzelne Parameter oder methodische Ansätze werden jedoch nicht automatisch übernommen, sondern nur dann in die VIS integriert, wenn sie im jeweiligen Modulhandbuch eigenständig hergeleitet oder ihre Übernahme fachlich nachvollziehbar begründet wird. 

Aufbau in drei Modulen 

Die VIS gliedert sich in drei Module, die einzeln oder gemeinsam angewendet werden können. Empfohlen wird das Durchlaufen aller drei Module. Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche Frage jedes Modul beantwortet und was Unternehmen als Ergebnis erhalten: 

 

ModulLeitfrageErgebnis
1 CCF Validierung auf Basis des GHG-ProtocolsIst die Treibhausgasbilanz als Grundlage für Zielsetzung und Transformationsplanung belastbar?Bestätigte Emissionsbasis (GHG-Konform) mit dokumentierten Grenzen, Methoden, Datenqualität und Einschränkungen
2 ZielvalidierungSind die Ziele wissenschaftlich hergeleitet und mit dem Ambitionsniveau vereinbar?Zielarchitektur je Zielbereich mit berechneten Nahfrist- und Langfristpfaden
3 Transformationsplan und ÜberprüfungIst die Zielerreichung durch Plan, Maßnahmen, Ressourcen, Governance und Monitoring belegt?Bewerteter Transformationsplan, Lückenanalyse, Fortschrittskennzahlen, Kommunikationsgrundlage

 

Für AFOLU-Emissionen (Landwirtschaftliche Emissionen) gilt in Modul 2 ein eigenständiger Pfad; bei gesetztem Ziel ist eine Selbstverpflichtung zu entwaldungsfreien Lieferketten (AFOLU-/ No-Deforestation-Commitment) verpflichtend. Der Zielumfang wird nach Größenklasse des Unternehmens differenziert. 

Modul 3 setzt die Anforderungen der EmpCo-Richtlinie um. Bewertet werden Maßnahmen, die rechnerisch bis zum Zieljahr tragen, die zugewiesenen Mittel, die Governance und die wiederkehrende Überprüfung. Verbleibende Lücken werden ausgewiesen, nicht überdeckt. 

Kontakt 

Bei Interesse an einer Beratung oder Fragen zur Anwendung des Standards stehen wir gerne zur Verfügung. Informationen zu Ablauf und Kosten einer Validierung nach dem VIS-Standard erhalten Sie bei den zugelassenen Validierungsstellen. 

Weitere Informationen zum Standard finden Sie hier: www.validatedimpactstrategy.de