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Gasumlagen ab dem 01.10.2022

Zum 1. Oktober werden in Deutschland zwei neue Gasumlagen eingeführt, welche die Gasversorgung in Zeiten einer angespannten Energiemarktsituation sicherstellen sollen. Anfallende Mehrkosten werden entsprechend auf alle Gaskunden verteilt.

a. Gasbeschaffungsumlage

Einerseits fällt darunter die neue Erdgasumlage, die durch das Inkrafttreten der sogenannten saldierten Preisanpassung (§ 26 EnSiG) vom 12.07.2022 in Vorschein tritt. Sie stellt eine Art „Beschaffungsumlage“ dar, die derzeit 2,419 ct/kWh beträgt und Gasimporteuren ermöglicht, ihre höheren Beschaffungskosten bis zu 90 % weiterzureichen. Aktuell sind keine Reduktionsmöglichkeiten für die energieintensive Industrie vorgesehen.

b. Speicherumlage

Andererseits werden Energieversorger ebenfalls ab dem 01. Oktober 2022 eine Gasspeicherumlage nach § 35 EnWG in Höhe von 0,059 Cent/kWh Erdgas erheben. Sinn und Zweck dieser Umlage ist es die Füllstandvorgaben für Gasspeicheranlagen (insbesondere für den anstehenden Winter) zu sichern. Aktuell sind keine Reduktionsmöglichkeiten für die energieintensive Industrie vorgesehen.
Somit betragen die neuen Umlagen ab dem 01. Oktober 2022 2,478 ct/kWh und liegen im Rahmen des Erdgases damit für viele Industrien höher als der Einkaufspreis vor 2022.

c. Drastischer Anstieg Bilanzierungsumlage

Außerdem wird ab dem 1. Oktober 2022 die sogenannte Bilanzierungsumlage angehoben. Sie sorgt grundsätzlich dafür, dass die Kosten für den Regel- und Ausgleichsenergieeinsatz der Gasnetzbetreiber gedeckt werden.
Die RLM-Bilanzierungsumlage gilt für Letztverbraucher mit entsprechendem Zähler für die Registrierende Leistungsmessung (kurz RLM-Zähler) und einem Jahresgasverbrauch ab ca. 100.000 Kilowattstunden. Die ab 01. Oktober 2022 gültige Bilanzierungsumlage beträgt 0,39 ct/kWh (aktuell liegt die Bilanzierungsumlage bei 0,00 ct/kWh).

Haben Sie weitere Fragen zu den kommenden Gasumlagen? Kommen Sie jederzeit auf uns zu.